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FREDDS FEUILLETON bietet auf 56 Seiten eine Auswahl meiner Artikel
aus den Jahren 1993 bis 2001, Essays, Glossen, Kritiken und Porträts.
Das Heft fungiert als Reverenz für Helden sowie als Referenz
für den Herausgeber.
Berufen sein heißt aber ergriffen sein,
durchglüht sein, gedrängt sein; heißt Hingabe und
Leidenschaft, heißt Dienst und Opfer, heißt Werk und
Wert, heißt Können und Kunst. Feld der Tat: der brausende
Tag und sein vielfältiges Leben. Mittel: das geschriebene Wort.
Berichtend, kritisierend, anregend, lobend, tadelnd, begeisternd,
abwehrend, spottend, kämpfend, so begleitet das Wort des Tagesschreibers
die Geschehnisse aller Art, aller Länder, aller Völker,
und geleitet damit zugleich die vielen Tausende seiner Leser zum
Bewusstwerden, Erfassen, Miterleben und Beurteilenkönnen von
Zeit und Leben. Es ist Dienst am Tage und für den Tag. Es ist
Wirken und Werken für die Stunde. Hineingestellt in die Flüchtigkeit
der Zeit. (...) Und doch:Wo die Arbeit des Tagesschriftstellers
Arbeit eines wirklich Berufenen ist, da schaffen Wille und Können
unter dem, was für den Tag, für die Flüchtigkeit
der Stunde bestimmt ist, so manches, das seinen Wert, seinen Duft
und Klang weit über den Tag hinaus behält; das zu schade
ist, um das Leben einer Eintagsfliege zu teilen, um in ein paar
Archiv-Exemplaren zu vertrocknen und begraben zu sein; ich meine
das gute, das nicht allzu häufig anzutreffende wirklich gute
Feuilleton. HANNS HEINRICH BORMANN |