Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Dienstag, 22. Juli 2014, 12:50 Uhr+2

Flachland

. — „Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung...“ – „Mir nicht.“ — Adorno antwortet dem Spiegel.
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:26 Uhr+2

Le mot juste

. — Gustave Flaubert: „Die Bemühung um die äußere Schönheit, die Sie mir vorwerfen, ist für mich Methode. Wenn ich in einem meiner Sätze eine schlechte Assonanz oder Wiederholung finde, bin ich sicher, dass ich im Falschen herumplansche. Durch Suchen findet man den zutreffenden Ausdruck, der der einzig richtige und der gleichzeitig harmonisch ist.“
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:00 Uhr+1

Schnorchelschwadron II

. — „Sollte mir je eine gute Tat unterlaufen sein, die nicht allein mir und meiner Karriere genützt hat, dann kann es sich dabei nur um einen Zufall oder um ein reines Versehen gehandelt haben.“ Beteuert Mr. President.
Donnerstag, 10. Juli 2014, 19:01 Uhr

Schnorchelschwadron

. — „Als ich meine Rede in San Dementia hielt, da kam sie mir so vollendet harmlos vor, geradezu fabelhaft nichtssagend, wenn ich so sagen darf. Fünf Minuten später wusste ich nicht einmal mehr, wofür ich eingetreten war.“ Befindet Mr. President. In: Philip Roth, Unsere Gang.
Montag, 30. Juni 2014, 17:50 Uhr

Bang Bang II

. — Nancy Sinatra: „Bang Bang, he shot me down / Bang Bang, I hit the ground / Bang Bang, that awful sound / Bang Bang, my baby shot me down.“
Montag, 30. Juni 2014, 17:30 Uhr+1

Bang Bang

. — Ambrose Bierce, Aus dem Wörterbuch des Teufels: „Beifall: Echo auf eine Platitüde.“ – „Bettler: Jemand, der sich auf die Hilfe seiner Freunde verlassen hat.“ – „Dichtung: Ausdrucksform, die im Land jenseits der Illustrierten anzutreffen ist.“ – „Gelegenheit: Ein günstiger Anlass, sich einer Enttäuschung zu bemächtigen.“ – „Zukunft: Jene Periode, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde treu sind und unser Glück gesichert ist.“
Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:19 Uhr

Into my pants

. — Cameron und House, ebd.: „Why did you hire me?“ – „Does it matter?“ – „Kinda hard to work for a guy who doesn’t respect you.“ – „Why?“ – „Is that rhetorical?“ – „No, it just seems that way because you can’t think of an answer. Does it make a difference what I think? I’m a jerk. The only thing that matters is what you think.“ — „You hired me to get into my pants?“ – „I can’t believe that that would shock you. It’s also not what I said.“ — „You worked your stunning little ass off.“ – „Am I supposed to be flattered?“ – „Gorgeous woman do not go to medical school unless they’re as damaged as they are beautiful.“ — „But you are damaged, aren’t you?“
Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:00 Uhr+1

Get even

. — „You feel cheated by life, so now you’re gonna get even with the world.“ Rebecca Adler zu House. In: House 1, 1.
Freitag, 30. Mai 2014, 21:24 Uhr

Dialoge XXX

. — „Sie sind ein komischer Kerl...“ – „Ein komischer Kerl? Haben Sie mir heute Abend überhaupt zugehört?“ — Linda und John Munch. In: Homicide 1, 13.
Freitag, 23. Mai 2014, 09:33 Uhr

Problem

. — Wissenschaft im Universitätsbetrieb: „Gute Bezahlung, gutes Verhältnis zum Chef und zu den Kollegen in der Abteilung sind die Hauptziele dieser menschlichen Ameisen, die sich bei der Lösung winziger Probleme hervortun, aber mit nichts etwas anfangen können, das über ihren Fachbereich hinausgeht.“ – Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang.
Donnerstag, 22. Mai 2014, 19:57 Uhr+1

Dialoge IXX

. — „Schatz, du liegst auf meinem Arm.“ – „Dann wirst du ihn wohl abbeißen müssen.“ — Michael Chabon, Wonder Boys.
Donnerstag, 22. Mai 2014, 19:53 Uhr

Dialoge XVIII

. — „Besorg’ dir’n Banjo, geh’ Bungeespringen, aber hör’ bitte auf, mich zu nerven.“ – „Mach’ ich, wenn du auch aufhörst.“ — Stan Bolander und John Munch. In: Homicide 1, 4.
Donnerstag, 22. Mai 2014, 19:38 Uhr+2

Carpaccio

. — Dann doch Tagebücher des Raddatz, Fritz, gelesen. Keine Rezension, aber paar schöne Stellen: „Ein Charakter wie ein Bürstenhändler, den man zur Vordertür rauswirft und der sich fünf Minuten später zur Hintertür hereinwinselt.“ – „Hier war immer der der Nestbeschmutzer, der auf ein schmutziges Nest hinwies, und nicht der, der es beschmutzt hat.“ – „Hatte doch etwas Großes. Der kann wenigstens noch kaputtgehen an dieser Welt...“
Montag, 12. Mai 2014, 16:17 Uhr+2

Augenleim

. — Rühmkorf, Interview: „Fernsehen ist der große Radierer, dessen pausenloser Betrieb nicht auf Sammlung und Vertiefung von Eindrücken angelegt ist, sondern auf Dauerzerstreuung, was auf Zerstreuselung der gesamten Person ausläuft. Es ist Lebenszeit, die der Apparat verschluckt.“
Sonntag, 11. Mai 2014, 19:46 Uhr+2

Pro­ka­ta­lep­sis

. — „Jeder auf der Welt hat seinen Platz. Wenn einer wie du, mit deinen Geschäften, darüber nachdenkt, was andere Leute von ihm denken, er sich das Spiel von anderen aufdrängen lässt, wird er bald tot sein.“ – Butchie zu Omar. In: Wire 3, 7.
Sonntag, 27. April 2014, 13:17 Uhr

Profession

. — Augustus Haynes, Leiter der Lokalredaktion, Wire 5, 7: „Mich interessiert nicht, was man zitieren oder zählen kann, ich will das wahre Leben.“
Samstag, 26. April 2014, 18:58 Uhr

Perfidie

. — Keinen Mindestlohn für Zeitungszusteller, fordern Zeitungsverleger. Ihre Argumentation krönen sie damit, dass Zustellung unrentabel würde, was „verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigter Eingriff in die Pressefreiheit“ sei. (Dazu Pieroth.) Ein Signum für den Zustand der Branche – und eine Perfidie. (Längst verschacherten Zampanos das Ideal der Aufklärung, einzig Reibach zählt.)

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