Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Dienstag, 21. Oktober 2014, 16:44 Uhr

Hu­mo­ris­ti­ka

. — Karl Ettlinger, Schick: „Freudig gesteh’ ich’s, mit leuchtendem Blick: / Ja, Madame, Ihr Kostüm ist schick!“ — Wilhelm Klemm, Abrüstung: „Ich schüttelte so heftig mit dem Kopfe, dass er abfiel.“ — Ernst Jandl, Fünfter sein: „tür auf / einer raus / einer rein / vierter sein // tür auf / einer raus / einer rein / dritter sein // tür auf / einer raus / einer rein / zweiter sein // tür auf / einer raus / einer rein / nächster sein // tür auf / einer raus / selber rein / tagherrdoktor“ — Paul Scheerbart, Moderner Gassenhauer: „So ist ihm alles piepe: / Der Hass und auch die Liepe.“
Dienstag, 21. Oktober 2014, 16:29 Uhr

Hammerschlag

. — Peter Hammerschlag, An mich selber: „Ich liebe zärtliche Blondinen / Und läge schrecklich gern auf ihnen. / Sie weigern sich. Auch die Brünetten / Sind gern allein in ihren Betten. / Und auf den Bettchen von die Roten / Steht: »Eintritt Hammerschlag verboten!« / Mensch, bleibe was du bist – / Onanist!“
Samstag, 11. Oktober 2014, 13:02 Uhr+1

Handgranate

. — „Er begreift etwas Grundsätzliches, nämlich dass es zwei Arten von Menschen gibt: die, die man schlagen darf, und die, die man nicht schlagen darf; und die, die man nicht schlagen darf, sind nicht die Stärkeren oder Geübteren, sondern die, welche bereit sind zu töten.“ – „Tu es mit Mut und Entschlossenheit und warte nicht auf die idealen Bedingungen, denn die idealen Bedingungen gibt es nicht.“ — Emmanuel Carrère, Limonow.
Mittwoch, 20. August 2014, 18:44 Uhr+1

Luzidität II

. — „Verschlüsseln! Verschlüsseln! Verschlüsseln! Und wenn Euch Leute begegnen und meinen, sie hätten keine Geheimnisse und es ist ihnen egal, was mit den eigenen Daten passiert, beendet Eure Onlinekontakte mit ihnen. Konsequent sein! Denn wer seine eigenen Daten nicht achtet, der passt auch nicht auf Eure Daten auf!“ – Klemens Kowalski; sein lesenswertes Blog.
Samstag, 16. August 2014, 09:55 Uhr

Blendung

. — „Warum machen Sie die Welt nicht besser? Ich kann gerade nicht. Und überhaupt: Ist nicht schon alles gut? Das hört man oft und denkt, der hat einen Knick in der Optik. Damit liegt man nicht falsch, im Grunde hat man es mit einem industriekapitalistischen Produktionsfehler zu tun: Die Optik ist starr und fixiert nur das Notwendige, alles andere wird ausgeblendet. So werden die meisten Menschen ausgeliefert, das ist der Werkszustand. Ein Jammer in Serie.“ – Wolf Lotter. In: Brand Eins. — Wobei Scheuklappen nicht natur-, sondern systembedingt sind, Ergebnis ideologischen Zuritts.
Donnerstag, 14. August 2014, 12:32 Uhr

Haspel

. — Philip Roth, Operation Shylock. Ein gewaltiges Werk; zwei Zitate, läppische: „Sie war etwa fünfunddreißig Jahre alt, eine sinnlich gesund aussehende Frau von kreatürlicher Weiblichkeit, und es wäre nicht unpassend gewesen, ihr um den festen, rosigen Hals das Band mit dem ersten Preis einer Landwirtschaftsmesse zu legen; das war eine biologische Siegerin.“ — Mr. Smilesburger, ebd.: „Gott hat Hitler gesandt, weil Gott verrückt ist. Sich an einen verrückten, gewalttätigen Vater zu wenden, und zwar dreitausend Jahre lang, das heißt es, ein verrückter Jude zu sein.“
Donnerstag, 31. Juli 2014, 08:52 Uhr

Bound

. — „Nothing less than love for this man with no illusions: love for the bluntness, scrupulosity, severity, estrangement; love for the relentless winnowing out of the babyish, preening, insatiable self; love for the artistic mulishness and the suspicion of nearly everything else; and love for the buried charm, of which he’d just given me a glimpse.“ – Nathan Zuckerman about Lonoff. In: Philip Roth, The Ghost Writer.
Sonntag, 27. Juli 2014, 08:48 Uhr+2

Newark

. — „Wenn ich Ihnen erlaube, mich zu küssen, hören Sie dann auf, so gemein zu sein?“ Brenda Patimkin zu Neil Klugman. In: Philip Roth, Goodbye, Columbus.
Dienstag, 22. Juli 2014, 12:50 Uhr+2

Flachland

. — „Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung...“ – „Mir nicht.“ — Adorno antwortet dem Spiegel.
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:26 Uhr+2

Le mot juste

. — Gustave Flaubert: „Die Bemühung um die äußere Schönheit, die Sie mir vorwerfen, ist für mich Methode. Wenn ich in einem meiner Sätze eine schlechte Assonanz oder Wiederholung finde, bin ich sicher, dass ich im Falschen herumplansche. Durch Suchen findet man den zutreffenden Ausdruck, der der einzig richtige und der gleichzeitig harmonisch ist.“
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:00 Uhr+1

Schnorchelschwadron II

. — „Sollte mir je eine gute Tat unterlaufen sein, die nicht allein mir und meiner Karriere genützt hat, dann kann es sich dabei nur um einen Zufall oder um ein reines Versehen gehandelt haben.“ Beteuert Mr. President.
Donnerstag, 10. Juli 2014, 19:01 Uhr

Schnorchelschwadron

. — „Als ich meine Rede in San Dementia hielt, da kam sie mir so vollendet harmlos vor, geradezu fabelhaft nichtssagend, wenn ich so sagen darf. Fünf Minuten später wusste ich nicht einmal mehr, wofür ich eingetreten war.“ Befindet Mr. President. In: Philip Roth, Unsere Gang.
Montag, 30. Juni 2014, 17:50 Uhr

Bang Bang II

. — Nancy Sinatra: „Bang Bang, he shot me down / Bang Bang, I hit the ground / Bang Bang, that awful sound / Bang Bang, my baby shot me down.“
Montag, 30. Juni 2014, 17:30 Uhr+1

Bang Bang

. — Ambrose Bierce, Aus dem Wörterbuch des Teufels: „Beifall: Echo auf eine Platitüde.“ – „Bettler: Jemand, der sich auf die Hilfe seiner Freunde verlassen hat.“ – „Dichtung: Ausdrucksform, die im Land jenseits der Illustrierten anzutreffen ist.“ – „Gelegenheit: Ein günstiger Anlass, sich einer Enttäuschung zu bemächtigen.“ – „Zukunft: Jene Periode, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde treu sind und unser Glück gesichert ist.“
Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:19 Uhr

Into my pants

. — Cameron und House, ebd.: „Why did you hire me?“ – „Does it matter?“ – „Kinda hard to work for a guy who doesn’t respect you.“ – „Why?“ – „Is that rhetorical?“ – „No, it just seems that way because you can’t think of an answer. Does it make a difference what I think? I’m a jerk. The only thing that matters is what you think.“ — „You hired me to get into my pants?“ – „I can’t believe that that would shock you. It’s also not what I said.“ — „You worked your stunning little ass off.“ – „Am I supposed to be flattered?“ – „Gorgeous woman do not go to medical school unless they’re as damaged as they are beautiful.“ — „But you are damaged, aren’t you?“
Donnerstag, 12. Juni 2014, 12:00 Uhr+1

Get even

. — „You feel cheated by life, so now you’re gonna get even with the world.“ Rebecca Adler zu House. In: House 1, 1.

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