Montag, 10. Juni 2013, 17:13 Uhr
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Bukowski XII. – „Ich liebe dich immer noch“, schrieb er im Juni 1976 an Pamela B., „es ist nur so, dass du nie irgendwelche Gefühle für mich zeigst. Menschenskind, das geht manchmal sehr an die Nerven.“
Montag, 20. Mai 2013, 18:47 Uhr
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Huch. – Darts ist Präzisionssport? Wieviele Atome mussten sich verbünden, damit das geschehen konnte?
Sonntag, 19. Mai 2013, 19:48 Uhr
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Kruzifix. – Erzbischof Reinhard Marx krisitiert Strukturen der Ausbeutung in Entwicklungsländern – heiliges Kanonenrohr! Wo lebte der bislang? Hierzulande nicht? Bedeutet Kapitalismus nicht Ausbeutung? Marx, Karl!
Donnerstag, 16. Mai 2013, 08:39 Uhr
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Exotheologie. – „Man erschrecke nicht bei der Überschrift. Aus der Sache ist nichts geworden. Es war ein Fehlversuch in Euphorie.“ – Hans Blumenberg, Die Vollzähligkeit der Sterne.
Mittwoch, 15. Mai 2013, 19:14 Uhr
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Letzte Brieftasche. – „Den Menschen sind Verstand und Vernunft gegeben, um den Sternenhimmel zu erklären“, so Friedrich Hebbel in den Tagebüchern. „Aber wenige von ihnen machen den Versuch, und die anderen brauchen sie, um desto besser die fetten Würmer im Staube zu finden.“ — Ebenda, ein Jahr zuvor: „Newton beschäftigte sich in den letzten Jahren seines Lebens mit der Apokalypse; ein Beweis, dass ihm das bloße Auflösen der Erscheinungswelt nicht mehr genügte.“
Mittwoch, 15. Mai 2013, 17:24 Uhr
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Chibacityblues. – „Einer muss hier ja komisch sein. Du bist’s jedenfalls nicht, verdammte Scheiße.“ – William Gibson, Neuromancer.
Freitag, 10. Mai 2013, 16:59 Uhr
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Distraktionell. – Nochmal Moszkowski, diesmal sein Gestrunze zu Sokrates, Berlin 1917. Darin diese Geschichte: Ein Männchen, das regelmäßig einen Ort aufsucht, an dem die besten Schachspieler verweilen, „um ein Spielchen zu riskieren“, ohne freilich das Spiel verstanden zu haben. Man spielte mit ihm und änderte die Regeln nach Belieben, rochierte Dame mit Läufer etc. Männchen spielte unverdrossen seine Partie, ohne vom Zusammenhang der Dinge und seiner Rolle in der Szene eine Ahnung zu haben. Und immer gewann es. „Das wusste man im Endspiel schon so einzurichten. Und dem vertaperten Männchen ist auch niemals ein Zweifel an seiner Unbesiegbarkeit übers Bewusstsein gekrochen.“
Montag, 6. Mai 2013, 19:46 Uhr
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Gschupftes. – Alexander Moszkowski, in seinem Versuch über Einstein: „Es liest sich wie ein Abschnitt aus einer Karnevalszeitung, von Wissenschaftlern in Weinlaune zur Selbstverulkung verfasst.“
Freitag, 3. Mai 2013, 15:45 Uhr
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Abseitsabsicht. – Henri Bergson, Das Lachen: „Die komische Absurdität lässt uns zuerst an ein Spiel mit Gedanken denken. Unsere Regung heißt uns, an dem Spiel teilzunehmen. Wir erholen uns dabei von der Mühe des Denkens.“
Freitag, 3. Mai 2013, 15:24 Uhr
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Minnemechatronik. – Friedrich Christian Delius, Die Frau, für die ich den Computer erfand: „Ich will, dass Sie mir besser zuhören, auch wenn ich nur unbeholfen und ungeschickt daherrede. Und dass Sie mehr zutrauen, als ich mit meinen schlichten Worten ausdrücke.“ [Zugleich: Metablogger LII.] – „Aber wehe, wer etwas hinzufügt, was ich nicht gesagt habe! Den werde ich sofort in die Hölle werfen lassen.“ – „Ich wusste, dass alles, was ich mit Ada zu tun habe, absurd ist und verrückt. Aber was wäre man für ein armseliger rationaler Mensch, wenn man keine Verrücktheiten zu pflegen hätte und keine Absurditäten?“
Freitag, 3. Mai 2013, 15:17 Uhr
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Seichtseidigkeit. – „Ich mag Frauen mit kurzen Haaren. Schon immer. lch kann nicht erklären warum. Es ist einfach so. Frauen mit kurzen Haaren faszinieren mich, sie fesseln und bezaubern mich, machen mich verrückt, erregen und betören mich, ziehen mich an, bringen mich durcheinander. Nach Jahren aufmerksamer Beobachtung habe ich ein für alle Mal beschlossen, dass Frauen mit kurzen Haaren schöner sind als andere Frauen.“ So der Erzähler in Patrice Lecontes „Heute wegen Glück geschlossen“.
Mittwoch, 1. Mai 2013, 12:14 Uhr
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Anteilnahme. – „Es war thrakische Volkssitte“, berichtete August Boeckh, „den Menschen bei der Geburt mit Trauer und Wehklage zu empfangen.“ — Auch schön: „Er trinkt wie ein Thraker.“
Dienstag, 30. April 2013, 20:14 Uhr
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Goldig. – Die Gleichung an+bn=cn geht für n>2 nicht auf, behaupete einst Fermat. Und notierte: „Ich habe hierfür einen wahrhaft wunderbaren Beweis entdeckt, doch ist der Rand hier zu schmal, um ihn zu fassen.“
Montag, 22. April 2013, 20:28 Uhr
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Wehmut. – „Affekt der Traurigkeit, der entweder der Erinnerung an eine vergangene Lust, an ein verlorenes Gut oder der Einsicht in die Unmöglichkeit, ein ersehntes Gut zu erlangen, entspringt.“ – Friedrich Kirchner, Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe.
Montag, 22. April 2013, 20:15 Uhr
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Tintenkleckser. – Also besser Obacht: „Never argue with someone who buys ink by the barrel.“ Wusste Charles Bruce Brownson.
Montag, 15. April 2013, 09:03 Uhr
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Kant, Aufklärungsarbeiten. – „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.“ – „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.“ – „Das Verhalten der Menschen, so lange ihre Natur wie sie jetzt ist bliebe, würde also in einen bloßen Mechanismus verwandelt werden, so dass, wie im Marionettenspiel, alles gut gestikuliert, aber in den Figuren doch kein Leben anzutreffen sein würde.“ – „Der Mensch kann entweder bloß dressiert, abgerichtet, mechanisch unterwiesen oder wirklich aufgeklärt werden.“
Montag, 15. April 2013, 09:02 Uhr
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Kant, Nichtlokalität. – „Je näher man die Natur wird kennen lernen, desto mehr wird man einsehen, dass die allgemeinen Beschaffenheiten der Dinge einander nicht fremd und getrennt sein.“ – Luftleere: „Die Taube, indem sie im Fluge die Luft teilt, deren Widerstand sie fühlt, könnte die Vorstellung fassen, dass es ihr im luftleeren Raum noch viel besser gelingen werde.“ – Leibniz-Paraphrase: „Die Kompensation der Übel ist der eigentliche Zweck, den der göttliche Schöpfer vor Augen gehabt hat.“