Montag, 8. Februar 2010, 12:03 Uhr
NOLL // Kommentar
Verwahrlosung. – Vergletschert, zentimeterdick, keine 30 Meter sicher zurückzulegen - was tut diese Scheißstadt dagegen? – Und, ja, alle Asozialen, dazu gehören Steuerhinterzieher, am Schlafittchen packen und den Gerichten überstellen. Faxen dicke.
Mittwoch, 3. Februar 2010, 16:14 Uhr
NOLL // Kommentar
Metablogger XXXIV. – „Der stärkste Trieb in der menschlichen Natur ist der Wunsch, bedeutend zu sein.“ (John Dewey)
Donnerstag, 21. Januar 2010, 17:29 Uhr
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Keine Mietze. – Unlängst auf dem Kiez, irgendeine Kaschemme. „Ich würde dir gerne“, hub Freundin B. an, „zu deinem nächsten Geburtstag eine Katze schenken.“ Was? Sie strahlt erwartungsfroh. Fassungsloses Gesicht meinerseits. „Spinnst du?“ fragte ich. Katze? Signet für Verlierer. Ich bin erledigt. Möchte keine Katze. Aus der Jukebox ödelt etwas von der Unerschütterbarkeit der Seeleute. Ich drehe die Bierflasche zwischen den Händen, die Kellnerin rückt an und fragt ob das Bier zu kalt sei. Nächste Bar: Meine Begleiterin schüttelt den Kopf und bekundet, die Bedienung sei zu jung für mich. Ich bringe sie zum Taxi. Dann noch drei Affen, die mir den Rest verabreichen. Doch, lustig, abgesehen von den Beulen und dem Kater.
Mittwoch, 6. Januar 2010, 17:44 Uhr
NOLL // Kommentar
Hölderlin, Hyperion. – „Aber es ist ein Zeichen der Zeit, dass die alte Heroennatur um Ehre betteln geht und das lebendige Menschenherz, wie eine Waise, um einen Tropfen Liebe sich kümmert.“
Sonntag, 3. Januar 2010, 16:41 Uhr
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Stranger than Paradise. – Wir leben in der seltsamsten aller möglichen Welten. - Es schneit, gewaltige Flocken, er schreitet, gewichtigen Schrittes, auf den Afrikaner zu, legt den Arm um ihn und trötet ihm ins Ohr: `Da, Bimbo, schaust her. Weißt was das ist? Das ist Schnee. Weißte das?´ - Und ich? Should I put a spell on you? A biseleh.
Samstag, 2. Januar 2010, 17:04 Uhr
NOLL // 4 Kommentare
Diaspora VI. – „Sie stehen eine Weile da und betrachten die Kühe. Landsman bekämpft den Drang, sich gegen den elektrischen Zaun zu lehnen. In ihm ist ein närrischer Teufel, der das Rasseln des Stroms spüren will. In ihm ist ein Strom, der den Teufel im Draht spüren will. Etwas stört ihn, nagt an ihm, etwas an dieser Vision, diesem Crocker Land der Kühe. Wie wirklich es auch sein mag, es ist unmöglich.“ — „Ein Messias, der tatsächlich kommt, nutzt niemandem. Eine erfüllte Hoffnung ist schon eine halbe Enttäuschung.“ — „Der dumme Kojotenglaube, der einen in der Luft hält, solange man sich selbst einredet, fliegen zu können.“ (Chabon, Vereinigung jiddischer Polizisten)
Samstag, 2. Januar 2010, 16:55 Uhr
NOLL // Kommentar
Metablogger XXXIII. – „Sie halten gerne Monologe?“ - „Mal so, mal so.“ - „Litaneien.“ - „So wurde das auch schon genannt.“ (Chabon, Vereinigung jiddischer Polizisten)
Samstag, 2. Januar 2010, 16:35 Uhr
NOLL // Kommentar
Diaspora V. – „Die Zukunft“, sagt Landsman. „Was meinst du damit, fliegende Autos? Hotels auf dem Mond?“ - „Ich meine deine Zukunft, Meyer.“ - „Fliegst du mit mir zum Mond, Bina? Hab gehört, da nehmen sie noch Juden.“ - „Auf Wiedersehen, Meyer.“ (Chabon, Vereinigung jiddischer Polizisten) — Was schön wäre, not täte: ein Wörterbuch jiddischer Flüche. Azoy gait es!
Samstag, 2. Januar 2010, 15:02 Uhr
NOLL // Kommentar
Diaspora IV. – „Guck dich an, Landsman, du siehst aus wie eine Ruine.“ - „Ich weiß“, sagt Landsman. - „Ich habe gehört, dass es dir schlecht geht, aber ich dachte, man wollte mich bloß aufheitern.“ - Er lacht und wischt sich mit dem Ärmel über die Wange. — „Bitte, Berko, fang jetzt nicht plötzlich an, meine Meinung zu respektieren, nicht nachdem ich mich so lange bemüht habe, das zu verhindern.“ — „Sein Gesicht zeigt keine Spur von Argwohn, aber Landsman kann sehen, an welchen Stellen sie sorgfältig ausradiert wurden. — „Aber irgendein Defizit gab es immer, nicht wahr? Zwischen der Vereinigung, die sich der Heilige Eine vorstellte und der realen Situation unter der Chuppa. Zwischen Geboten und deren Einhaltung, zwischen Himmel und Erde, Mann und Weib, Zion und Jude. Dieses Defizit nennt man die Welt. Erst mit der Ankunft von Messias würde diese Bresche geschlossen werden, würden alle Trennungen, Unterscheidungen und Zwischenräume in sich zusammenfallen. Bis dahin vermochten nur Funken, helle Funken, diese Schlucht zu überspringen wie zwischen elektrischen Polen. Und der Mensch musste dankbar sein für ihr flüchtiges Licht.“ (Michael Chabon, Die Vereinigung jiddischer Polizisten. Übrigens: lesenswert, schöne Symbiose aus Singer und Chandler)
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 13:47 Uhr
NOLL // Kommentar
Diaspora III. – „Sie schmiege sich an mich und sagte: Oi, Arele, es ist gut, bei dir zu liegen, auch wenn wir sterben müssen.“ — „Es gibt eine Art der Toleranz, die ist schlimmer als Syphilis, schlimmer als Mord, schlimmer als Wahnsinn.“ — „Es war gleichgültig geworden. Es war uns bestimmt, unsere kleinen Spiele zu spielen und zermalmt zu werden.“ — „Ich erinnere mich noch an Ihre Worte: Die Welt ist ein Schlachthaus und ein Bordell. Damals schien mir das übertrieben, aber es ist bittere Wahrheit. Man hält Sie für einen Mystiker, aber in Wirklichkeit sind Sie durch und durch Realist. Wie dem auch sei, alles wird uns aufgezwungen, selbst die Hoffnung.“ — „Der wahre Glaube bestehe nicht darin, dass man Gott diene, sagte Morris, sondern dass man sich ihm entgegenstelle.“ (Singer, Soscha)
Sonntag, 27. Dezember 2009, 20:05 Uhr
NOLL // 1 Kommentar
Alpenglühen. – „Um zu einem Gipfel zu gelangen“, versicherte René Daumal, „muss man von Zuflucht zu Zuflucht gehen.“
Mittwoch, 16. Dezember 2009, 11:17 Uhr
NOLL // Kommentar
Diaspora II. – „Ja, Träume waren das, was Feitelsohn den Menschen wiedergeben wollte: Ziellosigkeit, geistige Anarchie, die Launen der Götzdendiener, die Perversionen der Verrückten.“ — „Manchmal glaube ich, der Grund dafür, dass manche Menschen nichts bekommen, ist, dass sie nicht den Mut haben, die Hände auszustrecken. Mir geht es so.“ — „Sie warf die Handtasche in den Sand, legte ihre Arme um mich, und während sie sich an mich presste, rief sie: Lass die Hände von mir! Ich bin verflucht, verflucht, verflucht!“ (Singer, Soscha)
Mittwoch, 16. Dezember 2009, 11:02 Uhr
NOLL // 2 Kommentare
As time goes by... – Zeit vergeht, Seufzer bleiben; auch egal; zu tun ist fürderhin zu wünschen dieses:


Montag, 14. Dezember 2009, 12:52 Uhr
NOLL // Kommentar
Bonzen, unmoralische. – Trotz Finanzkrise wollen US-Banken Boni in Millionenhöhe auszahlen. Obama schimpfte, es könne nicht sein, dass die Problemverursacher jetzt wieder belohnt würden...
Donnerstag, 3. Dezember 2009, 17:18 Uhr
NOLL // Kommentar
Unvermögen, schieres. – „Da wir dem Leben keine Schönheit abzuringen vermögen, sollten wir zumindest versuchen, unserem Unvermögen Schönheit abzuringen.“ (Fernando Pessoa, Buch der Unruhe)
Donnerstag, 3. Dezember 2009, 17:02 Uhr
NOLL // Kommentar
Schmonzes, schludriger. – „Das Bürohaus ist ein Aushängeschild des Unternehmens.“ Wuoh, betexte ich ein Satireblatt?
Freitag, 27. November 2009, 16:08 Uhr
NOLL // Kommentar
Content, charismatischer. – Charisma des Inhalts sowie die konkrete, unterhaltsame, sinnliche Qualität der Sprache seien entscheidend, so Mathias Döpfner. Der Autor muss sich quälen, nicht der Leser.
Dienstag, 24. November 2009, 22:48 Uhr
NOLL // Kommentar
Diaspora. – „Da wir uns auf nichts verlassen können, nicht einmal darauf, dass morgen die Sonne aufgehen wird, ist das Spiel die eigentliche Essenz menschlicher Bemühung, vielleicht sogar das Ding-an-sich.“ — „Solche Dinge entwickeln sich schnell. Wenn du eine Möglichkeit hast, von hier zu entkommen, warte nicht. Wir sind zwischen Hitler und Stalin gefangen. Wer immer in unser Land einfallen wird, es wird ein Katastrophe geben.“ - „Warum gehst du nicht fort?“ - „Wohin? Ich kann mir ein Leben in Amerika nicht vorstellen.“ - „Und was ist mit Palästina?“ - „Auch dort kann ich es mir nicht vorstellen. Das ist ein Ort, zu dem werden wir auf einer Wolke gebracht werden, wenn der Messias erscheint.“ - „Glaubst du das wirklich?“ - „Nein, mein Lieber.“ — „Wenn der Körper der Gesundheit überdrüssig wird, erkrankt er. Wen er lebensüberdrüssig wird, dann stirbt er. Wenn er vom Totsein genug hat, wird er als Frosch oder Windmühle wiedergeboren. Der Kaffee hier ist der beste in ganz Warschau. Darf ich noch ein Glas bestellen, Miss Slonim?“ — „Wer bin ich? Wie bin Ich zustandegekommen? Habe Ich Mich selbst erschaffen? Wer hat mir diese Macht gegeben? Schließlich und endlich, es kann doch nicht sein, dass es mich schon immer gegeben hat. Ich kann mich nur an letzten hundert Trillionen Jahre erinnern. Weiter zurück liegt alles im Dunst. Nun, wie lange kann das noch dauern? Warten Sie, Mark, ich hole Ihnen Ihren Kognak. Was zum Knabbern? Ich habe noch Kekse, die sind so alt wie Methusalem.“ (Isaac B. Singer, Soscha)
Sonntag, 22. November 2009, 14:09 Uhr
NOLL // Kommentar
Qual, Quelle, Querele. – „Wer am meisten liebt, ist der Unterlegene und muss leiden...“ (Thomas Mann, Tonio Kröger) — „Wären wir nicht alle besser dran, wenn wir nicht versuchen würden zu verstehen, sondern wenn wir die Tatsache akzeptierten, dass kein Mensch je einen anderen verstehen wird, keine Frau ihren Mann, kein Liebender seine Geliebte, und auch kein Vater und keine Mutter ihr Kind? Vielleicht ist dies der Grund, warum die Menschen Gott erfunden haben, ein Wesen, das fähig wäre zu verstehen.“ (Graham Greene, Der stille Amerikaner)
