Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Sonntag, 14. Dezember 2014, 19:54 Uhr

Jahresendzeit

. — Curiosity killed the Cat, daher gefrosteten Romanesco wieder und wilhelmigen Busch: „Doch bringt’s nur Gesundheit und fröhlichen Mut und Geld genug, dann ist’s schon gut.“

Frohes Weihnachten und famoses 2015!
Montag, 1. Dezember 2014, 18:32 Uhr

Dialoge XXXII

. — „Ich glaube, Sie haben recht.“ – „Ja, bei welchem Thema?“ — Joan Watson und Sherlock Holmes. In: Elementary 2, 21.
Donnerstag, 20. November 2014, 12:50 Uhr

Metablogger LVIII

. — „Die sozialen Medien verstärken den Hang zu leerer Selbstdarstellung und peinlicher Selbstüberhöhung“, bemerkte Bernd Ziesemer. Es gebe keinen Zwang, sich zum öffentlichen Affen zu machen; mit Urlaubsfotos und Foodporno gewinne man keine Leser.
Donnerstag, 20. November 2014, 12:48 Uhr

Problem II

. — Indolenz der Wirtschaftsfundamentalisten: „Das Verhältnis der Industrie, überhaupt der Welt des Reichtums, zur politischen Welt ist ein Hauptproblem der modernen Zeit.“ – Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie.
Sonntag, 9. November 2014, 06:02 Uhr+1

Neunter November II

. — Verdrängt diese Bagage der Medienhallodris die Geschichte. Neunter November steht für die Grausamkeiten der Pogrome 1938. Von einem „Schicksalstag der Deutschen“ zu sprechen, ist mindestens perfide. (Eine Bemerkung zur Sonderausgabe der Bild-Zeitung? Ich habe Schülerzeitungen gesehen, die intelligenter waren.)
Freitag, 31. Oktober 2014, 19:10 Uhr

Medienhalloween

. — Flanellmännchenzombies töteten Hühner und verlautbaren feist, sie werden künftig güldene Eier legen. Kadaver überall. Gruselig, durchaus.
Dienstag, 21. Oktober 2014, 18:15 Uhr

Anwendbar II

. — Kundengespräch, Jimmy Carl Black: „Where’s the Beer and when do we get paid?“
Dienstag, 21. Oktober 2014, 17:52 Uhr+1

Anwendbar

. — Friedrich Theodor Vischer: „Ein weich verpackter, / Ein fein befrackter, / Nicht sehr intakter / Charakter. // Den Vers, den hab’ ich im Vorrat gemacht, / Ganz ohne Objekt; ich hab’ halt gedacht: / Ich mach’ ihn einmal, er wird schon passen, / Man kann ihn brauchen in allen Gassen.“
Dienstag, 21. Oktober 2014, 16:44 Uhr

Hu­mo­ris­ti­ka

. — Karl Ettlinger, Schick: „Freudig gesteh’ ich’s, mit leuchtendem Blick: / Ja, Madame, Ihr Kostüm ist schick!“ — Wilhelm Klemm, Abrüstung: „Ich schüttelte so heftig mit dem Kopfe, dass er abfiel.“ — Ernst Jandl, Fünfter sein: „tür auf / einer raus / einer rein / vierter sein // tür auf / einer raus / einer rein / dritter sein // tür auf / einer raus / einer rein / zweiter sein // tür auf / einer raus / einer rein / nächster sein // tür auf / einer raus / selber rein / tagherrdoktor“ — Paul Scheerbart, Moderner Gassenhauer: „So ist ihm alles piepe: / Der Hass und auch die Liepe.“
Dienstag, 21. Oktober 2014, 16:29 Uhr

Hammerschlag

. — Peter Hammerschlag, An mich selber: „Ich liebe zärtliche Blondinen / Und läge schrecklich gern auf ihnen. / Sie weigern sich. Auch die Brünetten / Sind gern allein in ihren Betten. / Und auf den Bettchen von die Roten / Steht: »Eintritt Hammerschlag verboten!« / Mensch, bleibe was du bist – / Onanist!“
Samstag, 11. Oktober 2014, 13:02 Uhr+1

Handgranate

. — „Er begreift etwas Grundsätzliches, nämlich dass es zwei Arten von Menschen gibt: die, die man schlagen darf, und die, die man nicht schlagen darf; und die, die man nicht schlagen darf, sind nicht die Stärkeren oder Geübteren, sondern die, welche bereit sind zu töten.“ – „Tu es mit Mut und Entschlossenheit und warte nicht auf die idealen Bedingungen, denn die idealen Bedingungen gibt es nicht.“ — Emmanuel Carrère, Limonow.
Mittwoch, 20. August 2014, 18:44 Uhr+1

Luzidität II

. — „Verschlüsseln! Verschlüsseln! Verschlüsseln! Und wenn Euch Leute begegnen und meinen, sie hätten keine Geheimnisse und es ist ihnen egal, was mit den eigenen Daten passiert, beendet Eure Onlinekontakte mit ihnen. Konsequent sein! Denn wer seine eigenen Daten nicht achtet, der passt auch nicht auf Eure Daten auf!“ – Klemens Kowalski; sein lesenswertes Blog.
Samstag, 16. August 2014, 09:55 Uhr

Blendung

. — „Warum machen Sie die Welt nicht besser? Ich kann gerade nicht. Und überhaupt: Ist nicht schon alles gut? Das hört man oft und denkt, der hat einen Knick in der Optik. Damit liegt man nicht falsch, im Grunde hat man es mit einem industriekapitalistischen Produktionsfehler zu tun: Die Optik ist starr und fixiert nur das Notwendige, alles andere wird ausgeblendet. So werden die meisten Menschen ausgeliefert, das ist der Werkszustand. Ein Jammer in Serie.“ – Wolf Lotter. In: Brand Eins. — Wobei Scheuklappen nicht natur-, sondern systembedingt sind, Ergebnis ideologischen Zuritts.
Donnerstag, 14. August 2014, 12:32 Uhr

Haspel

. — Philip Roth, Operation Shylock. Ein gewaltiges Werk; zwei Zitate, läppische: „Sie war etwa fünfunddreißig Jahre alt, eine sinnlich gesund aussehende Frau von kreatürlicher Weiblichkeit, und es wäre nicht unpassend gewesen, ihr um den festen, rosigen Hals das Band mit dem ersten Preis einer Landwirtschaftsmesse zu legen; das war eine biologische Siegerin.“ — Mr. Smilesburger, ebd.: „Gott hat Hitler gesandt, weil Gott verrückt ist. Sich an einen verrückten, gewalttätigen Vater zu wenden, und zwar dreitausend Jahre lang, das heißt es, ein verrückter Jude zu sein.“
Donnerstag, 31. Juli 2014, 08:52 Uhr

Bound

. — „Nothing less than love for this man with no illusions: love for the bluntness, scrupulosity, severity, estrangement; love for the relentless winnowing out of the babyish, preening, insatiable self; love for the artistic mulishness and the suspicion of nearly everything else; and love for the buried charm, of which he’d just given me a glimpse.“ – Nathan Zuckerman about Lonoff. In: Philip Roth, The Ghost Writer.
Sonntag, 27. Juli 2014, 08:48 Uhr+2

Newark

. — „Wenn ich Ihnen erlaube, mich zu küssen, hören Sie dann auf, so gemein zu sein?“ Brenda Patimkin zu Neil Klugman. In: Philip Roth, Goodbye, Columbus.
Dienstag, 22. Juli 2014, 12:50 Uhr+2

Flachland

. — „Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung...“ – „Mir nicht.“ — Adorno antwortet dem Spiegel.
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:26 Uhr+2

Le mot juste

. — Gustave Flaubert: „Die Bemühung um die äußere Schönheit, die Sie mir vorwerfen, ist für mich Methode. Wenn ich in einem meiner Sätze eine schlechte Assonanz oder Wiederholung finde, bin ich sicher, dass ich im Falschen herumplansche. Durch Suchen findet man den zutreffenden Ausdruck, der der einzig richtige und der gleichzeitig harmonisch ist.“
Sonntag, 20. Juli 2014, 13:00 Uhr+1

Schnorchelschwadron II

. — „Sollte mir je eine gute Tat unterlaufen sein, die nicht allein mir und meiner Karriere genützt hat, dann kann es sich dabei nur um einen Zufall oder um ein reines Versehen gehandelt haben.“ Beteuert Mr. President.

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