Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Mittwoch, 25. April 2018, 16:34 Uhr+1

Tropenmedizin

. — (Cartoon der Jungle World, via taz:) „Ich verlese jetzt die Namen der Personen, die mich am Arsch lecken können. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um etwa dreieinhalb Tage...“
Mittwoch, 25. April 2018, 16:17 Uhr+1

Nachhilfeunterricht

. — Für die SZ, und schlimmere Zeitdunge, von Günter Zint: „Die Menschen werden heute mit so vielen Nebensächlichkeiten zugemüllt, dass es ihnen kaum noch möglich ist, sich auf die politischen Inhalte zu konzentrieren.“
Freitag, 20. April 2018, 10:12 Uhr

Kurzschlusskommentartartar

. — „Bringt Besuch von Pornoseiten zwingend eine Virusinfektion mit sich?“ fragte Kaspersky, was mich freute, weil ich das dreifach kommentieren konnte: „(Bitte nicht stören)“ + „Recherche dauert an......“ + G. Ringsgwandl: „Ja, ho, i wui koa Aids net kriagn...“
Freitag, 20. April 2018, 09:35 Uhr

Berlin≈Hamburg

. — „Berlin“, schrieb F. Wedekind an A. Holitscher, „ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, ein Konglomerat von Kalamitäten.“
Freitag, 20. April 2018, 09:20 Uhr

Bare Münze

. — „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte; es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht [oder sonst wo] erzählt.“ Verkündete Egon Bahr, 91-jährig, Schülern in Heidelberg.
Mittwoch, 18. April 2018, 13:40 Uhr+3

Faceb00k

. — Was ich vor Jahren schon schreiben wollte: Warum man dieses dusselige Ding hassen kann resp. sollte. Nun, dazu ist es nicht gekommen. Und ich muss gestehen, dass ich in den letzten Wochen dort einige Stunden verbrachte. Was freilich nichts an meiner Verachtung änderte. Immerhin bescherte mir der Aufenthalt im Affenzirkus zwei neue Vorurteile. Zunächst: Je mehr Selbstbildnisse du auf deiner Seite hast, desto bescheidener dein Intellekt und widerwärtiger dein Charakter. Sodann: Ist Euch aufgefallen, dass diejenigen Eurer „Freunde“, die viele „Freunde“ haben, ausschließlich und durchweg jene Beiträge liebkosen, die von Personen stammen, die viele „Freunde“ haben, gleich wie dämlich sie sind? Das ist plumpe Anbiederei, weniger zu begründen mit Ausgabealgorithmen als mit einem defekten Charakter. (Ja, es gibt Ausnahmen, wohl möglich.)
Freitag, 13. April 2018, 11:51 Uhr+1

Ordnungsruf II

. — Herbert Wehner bemerkte im Jahr 1973: „So wichtig heute auch Computer und Datenverarbeitung sind, es wäre schrecklich, wenn sie höher bewertet würden als das, was der Mensch wirklich selber bedeutet, was er braucht und wozu er gebraucht werden kann.“ – Durchaus wäre es dem einen oder anderen Digitaldesperado anzuraten, darüber nachzudenken, Sinn und Unsinn, Nutzen und Gefahren abzuwägen. Man muss, besonders mit Big Data, nicht alles machen. Datenschutz ist wichtig, Datenmissbrauch ist verwerflich. Während wir auf weitere #dunghillnews warten, ehren wir Snowden, jawoll, und hören, was Hildebrandt und Schneyder 1979 anmerkten: Klick.
Dienstag, 10. April 2018, 12:40 Uhr+1

Ordnungsruf

. — „Die moralische Substanz unserer Gesellschaft“, bemerkte Herbert Wehner, „muss doch daran gemessen werden, inwieweit wir die Menschenwürde aller achten, also auch und gerade der sozial Schwachen, Außenseiter und Minderheiten.“
Sonntag, 1. April 2018, 11:25 Uhr+1

TrekkDrecksbande

. — Erklärte einem Guamer Kapitalismus. Also keine Vulkanier, alles Ferengi? Ja, genau, nur mit kleinen Ohren.
Freitag, 30. März 2018, 20:40 Uhr

Problem III

. — Kognitive Behäbigkeit: „Lügen erscheinen dem Verstand häufig viel einleuchtender und anziehender als die Wirklichkeit, weil der Lügner den großen Vorteil hat, im Voraus zu wissen, was das Publikum zu hören wünscht.“ – Hanna Arendt, Die Lüge in der Politik.
Sonntag, 4. März 2018, 19:24 Uhr

Am Grabbeltisch

. — „Zur Produktion eines Schriftstellers gehören nicht nur Bücher, sondern auch Gedanken.“ (Wolfgang Neuss) – „Und die Funktion von Kunst besteht für mich darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen.“ (Heiner Müller) – „Zeitungen und Zeitschriften machen mich gereizt. Will sie überhaupt nicht mehr lesen.“ (Leo Tolstoi) – „Nur der Schriftsteller ohne Leser kann sich den Luxus leisten, aufrichtig zu sein. Er wendet sich an niemanden, höchstens an sich selber." (Emil Cioran)
Sonntag, 4. März 2018, 11:11 Uhr

Desillusion, fortschreitende

. — Ferdinand Lasalle, 1862: „Alle große politische Aktion besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“
Samstag, 3. März 2018, 08:15 Uhr

Kollegengespräch

. — „Zuckerberg? Ist das nicht der Typ, der uns etliche Dollar schuldet, weil wir hier diesen Affenzirkus bespaßen?“
Samstag, 24. Februar 2018, 20:11 Uhr

Stringtheorie

. — Wie bereits der große Physiker Karl Kraus bemerkte: „Es kommt gewiss nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.“
Montag, 12. Februar 2018, 18:48 Uhr

Ausfallschritt

. — „Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich mache und sage, aufgezeichnet wird. Ich möchte das nicht unterstützen und bin nicht bereit, das zu akzeptieren.“ – Edward Snowden, zum Guardian, im Freitag.
Samstag, 10. Februar 2018, 18:22 Uhr

Bored Robot

. — Irgendwann wird irgendwer es sagen: `Diese Obstingenz erschließt sich mir nicht.´
Donnerstag, 8. Februar 2018, 09:25 Uhr

Lenzende

. — „Er schien ganz vernünftig, sprach mit den Leuten; er tat alles wie es die anderen taten; es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen; sein Dasein war ihm eine notwendige Last. – So lebte er hin.“
Samstag, 20. Januar 2018, 08:51 Uhr+1

Zwanzigster Jänner

. — „Den 20. ging Lenz durch’s Gebirge“, schrieb Georg Büchner, „bald auf-, bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine; nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehen konnte.“
Freitag, 12. Januar 2018, 18:32 Uhr

Dialoge XXXVI

. — „Lenz, ha, ha, ist er nicht gedruckt?“ – „Ja, aber belieben Sie mich nicht darnach zu beurtheilen.“ — Oberlin begrüßt Lenz. In: Johann Friedrich Oberlin, Herr L......
Montag, 1. Januar 2018, 12:20 Uhr

Mopsigkeiten

. — „Ein Gesicht ohne Fältchen ist uninteressant“, bekundet Elisabeth Rother. „In ein paar Jahren wird sie schön sein. Vielleicht.“ – Irene Dische, Großmama packt aus. — Ebendort: „Wenn man über fünfzig ist und beim Aufwachen tut einem nichts weh, ist man wahrscheinlich tot.“ Sowie: „Mit Seufzern und Klagen bekräftigen sie [die Alten] ihre fröhliche Verbundenheit.“

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