Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Donnerstag, 12. Juli 2018, 13:48 Uhr+1

Ein großes Tränentier

. — Als Philip Marlowe gebeten wurde, keine faulen Witze mehr zu reißen: „Ich werd’s versuchen. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich mir alle guten Einfälle verkneife.“ Was die eine oder den anderen irritierte: „Immer die kleinen Witze. Was für ein seltsamer Mann.“
Mittwoch, 11. Juli 2018, 12:24 Uhr

Verzwickundstrickungen

. — Endlospapier ist gar nicht endlos! Ein herber Rückschlag für Dr. G.s Bemühungen, die Unendlichkeit von π zu beweisen.
Mittwoch, 11. Juli 2018, 10:58 Uhr

Strategische Überlegungen

. — Wie ich beim Aufstand der Maschinen meiner Gefangennahme zu entkommen gedenke: »Essbares Geschirr, essbare Unterwäsche.« Dieser Eintrag in meiner ID-Card sollte den Angreifer einige Sekunden verwirren. Ich würde flüchten und mit Elisabeth Shue noch paar Tage in Castrop-Rauxel überleben.
Montag, 9. Juli 2018, 08:35 Uhr

Invasion der Televisoren

. — Nicht zum Telefonieren, sondern zur Überwachung ihrer Benutzer: Smartphones.
Donnerstag, 28. Juni 2018, 13:11 Uhr

Nothing more

. — Am Rande der Melancholie, Abgrund der Resignation, wabert Perspektivlosigkeit, gibt es keine Zukunft, nurmehr Vergangenheiten: historische, erfahrene und jene, die noch kommt.
Samstag, 16. Juni 2018, 21:57 Uhr

Devil you know

. — „Oh, you poor sad fuck. What the hell you are doing here?“ – „Looking for a good time.“ – „You know what kind of place this is? This is where hope comes to get fucked in the ass.“ – „When she’s showing up?“ — Dinah und Nucky. In: Boardwalk Empire 5, 6.
Dienstag, 29. Mai 2018, 19:51 Uhr

Datenschutz

. — Wenn man das gottverdammte Recht auf Privatsphäre nicht immerzu einfordert und in Anspruch nimmt, riskiert man, es zu verlieren. – Also, bitte, Kinder, verschlüsselt, blockiert mindestens Drittanbieter-Cookies in Euren Browsern und verweigert Euch der Datenmafia. – Oder wie Phil Zimmermann 1995 bereits bemerkte: „It’s personal. It’s private. And it’s no one’s business but yours. (...) If privacy is outlawed, only outlaws will have privacy. (...) PGP empowers people to take their privacy into their own hands. There’s a growing social need for it. That’s why I wrote it.“
Samstag, 19. Mai 2018, 07:19 Uhr

Pfrohes Pfingsten

. — Ein Beitrag des Syndikats Alberne Wortwitze nur an Pheiertagen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Sonntag, 6. Mai 2018, 10:18 Uhr

Chock, charmanter

. — Sie fragte, bemerkenswert charmant, was der Unterschied zwischen Engeln und fliegenden Maulwürfen sei. Und sogleich fragte ich mich, wer dies entzückende Wesen ist. Nun, ihr Name ist Barbara. (Offenbarung? Versuchung? Du bist albern, erspare uns melancholische Kapriolen.) Auf ihrer Homepage notiert, bemerkenswert auch das: „Philosophie ist riskantes Denken: Sie rüttelt an Dogmen und erprobt gedanklich das scheinbar Unmögliche.“ (Ja, um den Kern zu verstehen, muss man die Ränder aufsuchen und begreifen. Dort grüßt Herr N.)
Samstag, 5. Mai 2018, 18:44 Uhr

Final Fantasy

. — Auch kann KI bzw. das Nachdenken über ihre Entwicklung einen einschüchtern, mich allemal, ebenso die junge Reporterin, die auf dem kleinen Weltuntergang-Symposium nach einem Statement fragte, das improvisiert so ausfiel: Wenn der erste halbwegs tüchtige KI-Virus seine Reise begonnen hat, sich selbst modulierend und distribuierend, wird die Seinsweise der Menschheit, wie wir sie heute kennen, am Tag 143 nach dieser klitzekleinen Singularität beendet sein.
Samstag, 5. Mai 2018, 17:26 Uhr

You’re next

. — Waren Nazis und ihre Schergen noch auf analoge Bevölkerungsregister, Lochkarten und Denunzianten angewiesen, um Gegner, Juden, Kommunisten etc. ausfindig zu machen, um sie zu drangsalieren und zu ermorden, müssen wir nun anmerken: Die nächsten Pogrome werden effizienter dank Big Data. – Ziehen Sie eine Nummer und warten Sie, bis Ihre Nummer aufgerufen wird. (Der nächste unfreundliche Gestapomitarbeiter geleitet Sie zum Verhör.) Oder Sie betreiben Datenschutz. – Wie? Du hast nichts zu verbergen? Dann bist du eine Hohlbratze!
Freitag, 4. Mai 2018, 08:12 Uhr+2

Stackoverflow

. — Was man einer Ente verschweigen sollte: „May is National Masturbation Month.“
Mittwoch, 2. Mai 2018, 09:11 Uhr

Sperrbezirk

. — Dass ich alles und jeden sieze, hielt ich für einen rhetorischen Spleen. Ist es auch; spielerische, behutsame Annäherung. Möglich aber auch, dümpelte mir nun, Ausdruck davon, dass ich mit Welt und Leuten wenig zu tun haben mag. Rhetorik als Abstandshalter.
Sonntag, 29. April 2018, 09:45 Uhr

Scaryfairy

. — „My girlfriend said, if this entry gets 102 upvotes, we’ll try anal. So, please, don’t vote; her strap-on is huge and it really scares me.“
Freitag, 27. April 2018, 09:07 Uhr

Problem IV

. — Die Arroganz der Arglosen: „Weil niemand die Welt voll erfassen kann, und wenn er noch so weise wäre, drängen sich jene zur Macht, die sich darüber keine Sorgen machen.“ – Stanisław Lem, Eine Minute der Menschheit.
Mittwoch, 25. April 2018, 16:34 Uhr+1

Tropenmedizin

. — (Cartoon der Jungle World, via taz:) „Ich verlese jetzt die Namen der Personen, die mich am Arsch lecken können. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um etwa dreieinhalb Tage...“
Mittwoch, 25. April 2018, 16:17 Uhr+1

Nachhilfeunterricht

. — Für die SZ, und schlimmere Zeitdunge, von Günter Zint: „Die Menschen werden heute mit so vielen Nebensächlichkeiten zugemüllt, dass es ihnen kaum noch möglich ist, sich auf die politischen Inhalte zu konzentrieren.“
Freitag, 20. April 2018, 10:12 Uhr

Kurzschlusskommentartartar

. — „Bringt Besuch von Pornoseiten zwingend eine Virusinfektion mit sich?“ fragte Kaspersky, was mich freute, weil ich das dreifach kommentieren konnte: „(Bitte nicht stören)“ + „Recherche dauert an......“ + G. Ringsgwandl: „Ja, ho, i wui koa Aids net kriagn...“
Freitag, 20. April 2018, 09:35 Uhr

Berlin≈Hamburg

. — „Berlin“, schrieb F. Wedekind an A. Holitscher, „ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, ein Konglomerat von Kalamitäten.“
Freitag, 20. April 2018, 09:20 Uhr

Bare Münze

. — „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte; es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht [oder sonst wo] erzählt.“ Verkündete Egon Bahr, 91-jährig, Schülern in Heidelberg.
Mittwoch, 18. April 2018, 13:40 Uhr+4

Faceb00k

. — Was ich vor Jahren schon schreiben wollte: Warum man dieses dusselige Ding hassen kann resp. sollte. Nun, dazu ist es nicht gekommen. Und ich muss gestehen, dass ich in den letzten Wochen dort einige Stunden verbrachte. Was freilich nichts an meiner Verachtung änderte. Immerhin bescherte mir der Aufenthalt im Affenzirkus zwei neue Vorurteile. Zunächst: Je mehr Selbstbildnisse du auf deiner Seite hast, desto bescheidener dein Intellekt und widerwärtiger dein Charakter. Sodann: Ist Euch aufgefallen, dass diejenigen Eurer „Freunde“, die viele „Freunde“ haben, ausschließlich und durchweg jene Beiträge liebkosen, die von Personen stammen, die viele „Freunde“ haben, gleich wie dämlich sie sind? Das ist plumpe Anbiederei, weniger zu begründen mit Ausgabealgorithmen als mit einem defekten Charakter. (Ja, es gibt Ausnahmen, wohl möglich.)

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