Nolls Marginalien

 

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Nolls Passage

Freitag, 15. Mai 2020, 10:02 Uhr

Promidemenz

. — „Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in dieser Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.“ – François de La Rochefoucauld.
Mittwoch, 6. Mai 2020, 11:47 Uhr+1

μέθοδος

. — „Die richtige Fragestellung ist ja oft mehr als der halbe Weg zur Lösung des Problems.“ – Werner Heisenberg, Physik und Philosophie.
Mittwoch, 6. Mai 2020, 10:37 Uhr

Zähigkeit

. — „Sie wissen nicht mehr, wohin sie schlagen sollen, und das rettet mich. Gleich werden sie sich gegenseitig zusammenhauen müssen, wenn sie nach einer heilen Stelle suchen.“ – Boris Vian, Die kapieren nicht.
Montag, 4. Mai 2020, 12:19 Uhr

Präzipitation

. — „Lost in sadness, Cincinnatus said nothing.“ – Vladimir Nabokov, Invitation to a Beheading.
Donnerstag, 30. April 2020, 12:18 Uhr

Apoapokalypse

. — Ministerium für Umwelt, Soziales und andere Endzeitangelegenheiten meldet: Zombies werden erst ab Level 3 freigeschaltet. (Und zwar am 16. Mai, Jens Spahns 40. Geburtstag.)
Montag, 27. April 2020, 11:01 Uhr+1

Senfkörner

. — Dritte, nein, hoffentlich letzte Anmerkungen (meinerseits) zur Covid-19-Pandemie: Dass Staatsverantwortliche – besonders im Kanzleramt, Wirtschafts- u. Gesundheitsministerium, inkl. Berater – der Pandemie komplett unvorbereitet gegenüber stehen, dafür habe ich wenig Verständnis. Dieser Mangel an Fantasie, Vorausschau und Vorbereitung ist eklatant. War die SARS-Pandemie 2002f nicht deutliche Warnung? — Ad Schutzmasken: Wieso wurde deren Verfügbarkeit nicht gewährleistet? Warum wurde der freie Markt für Medizinmasken nicht ausgesetzt? Wie soll (mit Maskenpflicht) der einfache Bürger einkaufen, wenn es keine Masken gibt? Was mich irritiert: Wie nehme ich die Maske ab, ohne mir ins Gesicht zu fassen? — Was mich etwas verdrießt: Dass auf jedem zweiten Foto, das irgendwo geteilt wird, das Koryphäen der Politik und Medien zeigt, der angeratene Mindestabstand zwischen Personen nicht eingehalten wird. Dass viele Künstler und Selbständige sich nun echauffieren, dass ihnen de facto nur der Abstieg in die Hölle der Jobcenter angeboten wird; das ist bereits bittere Realität für zigmillionen arme Seelen, gleichsam unverschuldet, für die sich niemand interessierte. Dass über Sanierung milliardenschwerer Konzerne debattiert wird, zur Freude aller Aktionäre, die Altenpflegerin indes weiterhin mit einem Gehalt knapp über dem Existenzminimum arbeiten soll. — Ja, doch, es gab gute Momente, ein paar integre WissenschaftlerInnen, eine zuletzt immerhin bemühte Kanzlerin – aber dass daraus etwas Gutes entsteht, sich etwas ändert oder bessert, der neoliberale Zynismus geächtet oder soziale Achtsamkeit etabliert wird – nee, daran kann ich nicht glauben. — PS: Nehmt Datenschutz ernst!
Freitag, 24. April 2020, 17:20 Uhr

Baltimore

. — Chris: „You don’t ever want to be the last man to a party.“ Snoop: „Cause there ain’t no good thing about motherfuckin’ surprises in this line of work.“ – In: Wire 5, 2.
Montag, 20. April 2020, 10:17 Uhr

Beinahe

. — „Dieses ewige Beinahe, das ist das Verhängnis, das Charakteristische meiner Natur. (...) Mit diesem Beinahe hat man aber nicht viel Glück, am wenigsten bei Frauen, die in ihrem berechtigten Realismus wenig Empfänglichkeit für das Beinahe haben.“ Notierte Frank Wedekind am 26. Dezember 1899 in einem Brief. — Vgl. George.
Mittwoch, 15. April 2020, 15:49 Uhr

Need to know

. — Grubenunglück, 50 tot, 500 verschüttet. Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP: „Keine Sorge. Niemand, den wir kennen.“
Freitag, 10. April 2020, 13:13 Uhr

Compliance

. — Sei meine Komplizin, sagte der Komplizierte. Es ist kompliziert, sagte die Komplizin.
Donnerstag, 9. April 2020, 10:22 Uhr+1

Burke, Nachlese II

. — Die Schritte des Falken: „In dieser Stadt gibt es keinen sicheren Hafen, kein Viertel, in dem man sich wirklich geschützt fühlt. Über ihr liegt ein dünner, bösartiger Dunst, alles ist mit dieser weit in der roten Zone liegenden Mischung aus Aggression und Terror vergiftet. Es ist ein Grund, warum ich keine Waffe mehr trage: So was macht einen zu mutig.“ – „Heutzutage noch Raubüberfälle durchzuziehen ist ziemlich blöd; man kann so viel einfacher stehlen.“ – „Wenn die Arschlöcher mich nur ließen, wäre ich ein höflicher, respektvoller Mann.“ – „Sobald ich mal vergesse, wie sehr ich diesen Ort hasse, ist immer jemand so freundlich, mich daran zu erinnern.“
Donnerstag, 9. April 2020, 10:15 Uhr+1

Burke, Nachlese

. — Andrew Vachss, Blue Belle: „An was denkst du?“ – „Ich dachte mir, wenn ich ’nen Vierteldollar an deinen Rücken presse und ihn loslasse, segelt er von deinem Arsch wie von ’ner Sprungschanze.“
Montag, 23. März 2020, 14:19 Uhr

Problem XII

. — Törichte, dummdreiste, bornierte Abwertung der Kritik: Hast du kein Heilmittel für die Krankheit anzubieten, so hast du auch nicht die Befugnis, darüber zu sprechen.
Freitag, 20. März 2020, 09:41 Uhr

Dystancing

. — Erklärte dem Obdachlosen, was es mit Coronavirus und Anordnungen auf sich hat, also Hände waschen, Abstand halten und zu Hause bleiben. Wir lachten – dann weinte ich etwas.
Freitag, 20. März 2020, 09:35 Uhr

Umverteilung

. — Asoziale und Prepper, eure Stellflächen sind bereits alle belegt? Kinder und Frau schlafen bereits (bewaffnet?) im Vorgarten? Ich stelle Euch kostenfrei Platz zur Verfügung: das Zimmer meiner Mitbewohnerin, Ärztin im Dauereinsatz. Spendet ihr für das neoliberale Netzwerk, steuerlich absetzbar, bekommt ihr eine Schublade im Tiefkühler. Abgabe der Lebensmittel (und Munition) jeden Morgen um 0800. Klingeln bei Licht.
Dienstag, 3. März 2020, 10:57 Uhr

Lonely Tunes

. — „Und in dieser misslichen Lage befinde ich mich. Hier bin ich: ein Charakter, der über den Papierrand gestiegen und in den Abgrund der Realität gestürzt ist, und nun nicht mehr in seine eigene Welt zurückkehren kann. (...) Sie ging so gleichgültig darauf ein, dass ich spürte, dass der Regen, die Welt und ich für sie so ziemlich dasselbe waren.“ – Felipe Alfau, Das Café der Verrückten.
Freitag, 14. Februar 2020, 13:55 Uhr

Gisella G

. — Das Gefühl, dass es mindestens 1097 Universen gibt, in denen ich sie vergebens begehre.
Freitag, 29. November 2019, 14:54 Uhr

Mediengraus

. — Angesprochen auf das Niveau einer Serie in seinem Sender, lachte Helmut Thoma, geehrt mit „Goldener Kamera“ und „Bambi“, Ehrenprofessor und bekennender Grabräuber: „Aber des is doch nicht für mich, mir muss das doch nicht gefallen.“ (Berichtete Herbert Riehl-Heyse in der SZ am 16.11.2002.)
Freitag, 22. November 2019, 16:57 Uhr

Letzter Gruß

. — Leonard Cohen an Marianne Ihlen: „I’m just a little behind you, close enough to take your hand. This old body has given up, just as yours has too, and the eviction notice is on its way any day now. I’ve never forgotten your love and your beauty. But you know that. I don’t have to say any more. Safe travels old friend. See you down the road. Love and gratitude.“

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