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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Januar 2018Januar 2018
Samstag, 20. Januar 2018, 08:51 Uhr

20. Jänner

. — Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Thäler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war naßkalt, das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber Alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nich[t]s am Weg, bald auf- bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte. Anfangs drängte es ihm in der Brust, wenn das Gestein so wegsprang, der graue Wald sich unter ihm schüttelte, und der Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb enthüllte; es drängte in ihm, er suchte nach etwas, wie nach verlornen Träumen, aber er fand nichts. Es war ihm alles so klein, so nahe, so naß, er hätte die Erde hinter den Ofen setzen mögen, er begriff nicht, daß er so viel Zeit brauchte, um einen Abhang hinunter zu klimmen, einen fernen Punkt zu erreichen; er meinte, er müsse Alles mit ein Paar Schritten ausmessen können.
Montag, 1. Januar 2018, 12:20 Uhr

Mopsigkeiten

. — „Ein Gesicht ohne Fältchen ist uninteressant“, bekundet Elisabeth Rother. „In ein paar Jahren wird sie schön sein. Vielleicht.“ – Irene Dische, Großmama packt aus. — Ebendort: „Wenn man über fünfzig ist und beim Aufwachen tut einem nichts weh, ist man wahrscheinlich tot.“ Sowie: „Mit Seufzern und Klagen bekräftigen sie [die Alten] ihre fröhliche Verbundenheit.“

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