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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Mittwoch, 20. November 2002, 23:03 Uhr<  >

Trägheit

. — „Weißt Du, ich könnte ja manches Kleine ändern“, so Hugo von Hofmannsthal am 4. Mai 1896, „aber ich bin so unglaublich indolent. Ich sitze stundenlang da und steh nicht auf, um mir ein Buch zu holen. Ich bin zu träg oder was es ist, um ein Kölnerwasser in das stinkende Waschwasser zu schütten. Solche Zustände sind eigentlich ängstlich. Aber sie sind auch wieder ganz gut. Ich weiß nicht genau, wie ich Dir das sagen soll: sie erweitern den inneren Sinn, sie bringen vieles wieder, was wie vergraben war. Wenn ich in der Nacht aufwache, bin ich so stark bei mir selbst, wie schon lange nicht. Ich komme so zu mir zurück, wie einer, der fortwährend Theater gespielt hat, zwar eine Rolle, die seinem Wesen geheimnisvoll nachgeahmt ist, aber doch eine Rolle.“ – Die Ästhetik der Negation. Eine kulturgeschichtliche Würdigung. Essay von Jörg A. Noll. 9700 Zeichen.

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