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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Samstag, 19. November 2005, 17:51 Uhr<  >

Seminar III

. — Auf dem Cover von Henriette Kuhrts Milchmädchenrechnung sind Schokoküsse abgebildet. Studentin hält die Dinger für Delikatesse und nutzt sie als lobende Metapher. Meine Erklärungen, dass das Klebrige und Schaumige dieser Süßwaren sich ebenso für einen Verrris eignete, dass sie ihre Erfahrungen nicht als allgemeine voraussetzen dürfe, kontert sie lediglich damit, dass ich wohl „kein Fan“ selbiger sei. Fürwahr nicht. Als „Gaumenfreude“ wäre mir allemal ein 82-er Latour lieber. Uneinsichtiges Jungvolk. Absch(l)uss dann: „Diese Rezension wurde gesponsert von [Werbeträger].“
Dienstag, 22. November 2005, 17:17 Uhr > Bixxxxxx >
Wenn doch aber Studentin X gerne Negerküsse nascht, jede Rezension ebenso nur subjektiver Natur sein kann... und nicht jeder gerne Alkohol sein Element nennt – wieso dann die Subjektivität von Studentin X versuchen in eine objektive Form zu quetschen und ihr die Persönlichkeit zu nehmen? Eine kreative, eigene Einschätzung über ein Werk, gepresst in eine Kuchenform – angepasst an die subjektivierte Meinung des Lehrers über die Rezensentin, nicht zuletzt über das Werk und seine Natur selbst? ;-)
Und: Schokogüsse können durchaus reizvoll sein. Passen müssen das Ambiente, der stilvolle Moment, das Bukett an Genuss, und nicht zuletzt das Verlangen der Seele nach süßer, schaumiger Konsistenz...
Dienstag, 22. November 2005, 18:40 Uhr > Noll >
Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, Sie sind nicht in meinem Seminar. Frau X schreibt nicht für ihr Tagebuch, sondern in dem Fall für 500000 Leser. Versuchte ich jemals, einer Seminarteilnehmerin ihre Persönlichkeit zu nehmen? Verkündete ich jemals, dass Kritik nur subjektiver Natur sei? Doziere ich Kuchenformen? Nein, nein und nochmals nein. Und im Übrigen bin ich heilfroh, dass meine Seele, sofern vorhanden, nicht nach süßer, schaumiger Konsistenz verlangt.

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