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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Mittwoch, 14. Dezember 2005, 12:14 Uhr<  >

Frühtau

. — Morgens in der Bahn den Leuten am Antlitz ablesen, ob sie krank, deprimiert oder nur morgenhassend sind. – Eine Geschichte, die nie erzählt wurde: Als ich mit einem Brotmesser in der Hand zur Ikea-Sachbearbeiterin stürmte... – weil in Eile und Reklamationsfallerifallera. Frühtau übt sich.
Dienstag, 20. Dezember 2005, 19:27 Uhr > Noll >
Frühtau übte sich – oder, Gottchen, habe ich das geschrieben?!

Markengeschichte: Eine Kuh feiert Geburtstag

Für die einen ist es ein renitentes Rindviech, für andere eine Kultkuh. Auf jeden Fall ist es ein Kuhriosum. Sie hat Ariel-Clementine und Melitta-Mann ebenso wie Rinderwahnsinn überstanden. Wenn Franzi und Schumi längst pensioniert sind, wird sie weiter mit ihren vier Mägen auf einer Almwiese weiden und freundlich in die Kamera zwinkern. Denn diese Kuh, die ich meine, die heißt Lila, Lila Kuh.

Und diese Kuh feiert am 15. Mai ihren dreißigsten Geburtstag. Seit 1973 erfreute uns der putzige Paarhufer in hunderten Fernsehspots. Eine Leistung, die von vielen Kühen aus Showbranche beneidet wird. Kurzum: Die Kuh wurde Kuhlt. Im Internet entstand unter m*lk*.de gar ein eigener Kuhkosmos, eine Lilalaunewelt. Warum das von Interesse ist? Ganz einfach, weil M*lk* seit 1901 mehr als zwei Millionen Tonnen Schokolade verkauft hat. Das entspricht dem Gewicht von sieben Millionen Kühen.

Viele Leute fragen, wer oder was war zuerst da: die Schokolade, das Lila, die Kuh oder die Berge? Hier divergieren die Meinungen, doch steht jedenfalls fest, dass alle vier Ingredienzien untrennbar zur Marke M*lk* gehören. Schon die erste Tafel war lila verpackt und zeigte eine Kuh, damals noch schwarz-weiß, vor Alpenpanorama. 1973 wurde die Kuh eingefärbt und zur zentralen Werbefigur. Ein begnadeter Kuhp. Und, bitte, wir reden hier nicht von irgendeinem Rindviech, sondern von einem außerordentlich süßen Model: der Simmenthaler Kuh mit geradem Rücken, großem Busen und Kopf, samtigen Ohren und langen Wimpern. Eine zarte Versuchung für jeden Ochsen.

Weder Antilope noch Zebra hätten diesen Job übernehmen können. Es musste schon eine Kuh sein. Denn, die Erklärung verdanken wir M*lk*-Chef P*t*r R**n*ck*: „Die Kuh liefert die Milch für unsere Schokolade und steht für die Alpenwelt. In den Alpen ist die Luft reiner, das Wasser klarer und das Gras grüner als anderswo. Daher geben die Kühe bessere Milch und bessere Milch ergibt zartere Schokolade.“ Aber es gibt noch weitere Argumente für die Rindermuttis. Kühe sind klug. Nicht umsonst spricht man von I-Kuh und Kuhltur.

Zum Geburtstag sind bereits Glückwünsche vieler prominenter Kollegen eingetroffen: Ob Flipper, Lassie oder Skippy, alle wünschen sie der Kuh alles Kuhte. Und selbst der große Gnostiker Heinz Erhardt konnte es nicht lassen, ein kleines Gedicht zu verfassen: „Auf der saftig grünen Wiese / Weidet ausgerechnet diese, / eine Kuh, eine Kuh. // Was ihr schmeckte wiederkautse, / mit der Schnautse, dann verdautse, / und sag Muh, und sagt Muh. // Ach ihr Herz ist voller Sehnen, / und ihm Auge schimmern Tränen, / ab und zu, ab und zu. // Träumend und das Maul bewegend, / schaut sie dämlich durch die Gegend, / grad wie Du, grad wie Du.“

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