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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Donnerstag, 27. Januar 2011, 17:38 Uhr<  >

Der Kabbalist vom Broadway III

. — „Aksa rief sich das jiddische Sprichwort in Erinnerung: Wenn du nicht über den Zaun springen kannst, kriech unten durch. Sie hatte die zukünftige Welt verloren; deshalb entschloss sie sich, die Lustbarkeiten dieser Welt zu genießen. Am Abend rief sie nach dem Teufel und war bereit, mit ihm einen Pakt zu schließen, wie es viele vernachlässigte Frauen vor ihr getan hatten. Einmal, mitten in der Nacht, fühlte sie einen kalten Kuss auf ihren Lippen. Im Schein des späten Mondes sah sie eine nackte männliche Gestalt – groß und schwarz, mit langen Elfenlocken, den Hörnern eines Bocks und zwei vorstehenden Hauern, wie die eines Ebers. Die Gestalt beugte sich über sie und flüsterte. Was befiehlt meine Herrin? Sie darf die Hälfte meines Königreiches verlangen. Sein Körper war so durchsichtig wie ein Spinnweb. Er stank nach Pech. Aksa wollte sagen: Du, mein Sklave, komm und nimm mich. Stattdessen murmelte sie: Meine Großeltern. Der Teufel brach in Lachen aus. Sie sind Staub.Du hast mich betrogen?Ich bin ein Betrüger, antwortete der Teufel, und kicherte. Wo ist die Wahrheit? fragte Aksa. Die Wahrheit ist, dass es keine Wahrheit gibt. Der Teufel verweilte noch ein wenig und verschwand dann. Den Rest der Nacht schlief Aksa nicht, noch war sie wach. Sie hörte Stimmen. Ihre Brüste schwollen an, die Warzen wurden hart, ihr Leib dehnte sich aus. Schmerz bohrte sich in ihren Schädel.“

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