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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Januar 2003Februar 2003
Dienstag, 21. Januar 2003, 12:20 Uhr

Spam

. — Am Anfang war das Weib. Vanessa lud mich per E-Mail zu tabulosen Treffen auf einem Parkplatz in der Nähe von Wiesbaden ein. Ich bat sie freundlich, mich künftig nicht weiter mit solcher Post zu behelligen. Das war ein Fehler. Seitdem erhalte ich in unschöner Regelmäßigkeit allerhand billige Werbung: mehr Geld, mehr Länge, mehr Muskeln, mehr Gesundheit, mehr Intelligenz, mehr Frauen. Dabei wünsche ich mir nur mehr Ruhe. Denn keines der Angebote interessiert mich. Spam ist überall. Jeder kriegt ihn, keiner will ihn. Jede zehnte E-Mail transportiert E-Müll. Wie kann man sich gegen die ungeliebte Post wehren? Da gibt es einige Möglichkeiten. – Digitale Pest. Dreiste Anmanche, genervte Anwender. Artikel von Jörg A. Noll. 5100+1900 Zeichen.
Montag, 13. Januar 2003, 10:22 Uhr+1

Kabarett

. — Nach längerer Abstinenz war ich am Wochenende wieder beim Lieblingskabarettisten Henning Venske. Eine Wohltat. Mag das vergangene Jahr erbärmlich gewesen sein, sein Kommentar machte es erträglich.
Mittwoch, 8. Januar 2003, 14:37 Uhr

Jüngster Tag

. — Es gibt wenige Feuilletonisten, denen ich neidlos anerkenne, dass sie besser sind als ich. Einer von ihnen ist Gerhard Stadelmaier. Er eröffnete seine Kritik zu Breths Inszenierung von Horvaths „Der jüngste Tage“ im Burgtheater wie folgt: „Die Urtragödie der Menschen ist nicht, dass sie einst aus dem Paradies vertrieben wurden. Sondern dass sie dort wieder hinein wollen.“ (F.A.Z., 11. Dezember 2000.) Freilich bedeuten solche Sentenzen bei Stadelmaier mehr als ein Schmankerl, sie sind Auftakt zu einer Autopsie.
Montag, 6. Januar 2003, 14:07 Uhr

Webern

. — Anton Weberns Stellung in der Musikgeschichte ist einzigartig. Das bestreitet niemand. Seine Bedeutung indes wird meist verkannt. Gewöhnlich gewahrt man zwei Weisen des Missverstehens: seine Inthronisation zum Patron der seriellen Musik sowie seine Verdammung durch den Hinweis auf die dem Werk angeblich inhärente Kälte. Beide Positionen aber entraten der historischen Einsicht und verfehlen daher die Wahrheit. Weberns Werk ist eine moralische Angelegenheit, Ausdruck einer fulminanten Sprachskepsis. Damit sind sowohl Ursprung markiert als auch Aktualität angemahnt. – Weberns Wahrheitsgehalt. Zum Verständnis seines Werks. Essay von Jörg A. Noll. 5100 Zeichen.
Samstag, 4. Januar 2003, 11:21 Uhr

Prosit

. — Ein gutes Jahr 2003, liebe LeserInnen! Zum Auftakt ein kleiner Dialog aus „Die letzten Tage der Menschheit“, Berliner Schieber zum Dienstmann: „Ja Menschenskind vaschtehn Se nich deutsch?“ – „Ahwoswoswaßiwossöwulln –“

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