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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Februar 2003März 2003
Freitag, 28. Februar 2003, 17:37 Uhr

Blues

. — Once I had a woman / She was good to me in every way / Yes, I had a woman / She gave me loven both night and day / Sunshine whoo-hoo / For my woman.
Montag, 24. Februar 2003, 00:31 Uhr+1

Männerfreuden

. — Ein simples Spiel, den Herren zur Freude, das ist es, was ich zeige an heute [Tusch] Biere und Busen, wer wollte sich das verknusen? [Tusch] Von oben (von wo auch sonst?) fallen Flaschen, die sind zu erhaschen / Und zwar in einer Kiste, fängste viel, biste / Spitze, spitz wirst du auch, schaust den Miezen auf den Bauch [Tusch] Denn je mehr du gefangen, desto weniger sie mit Textil behangen [Tusch] Eine Freud für die Augen, Freund, das kannst du mir glauben [Tusch und Abgang].
Sonntag, 23. Februar 2003, 01:15 Uhr

Die Hardest

. — Interview mit Bruce Willis. Wie sein Alltag ohne Demi Moore (1/2/3) aussehe? „Ich war gerade auf Hirschjagd in den Bergen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Waren Sie erfolgreich? „Ich bin über einen toten Biber (1/2) gestolpert. Das war alles.“
Sonntag, 23. Februar 2003, 00:01 Uhr+2

Wider die Phrasen

. — Die Klagen über den Verfall der Republik sind sattsam bekannt, ebenso die trotzigen und trendigen Gegenbewegungen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich das selbst ernannte Zukunftsinstitut zu Wort meldet, mit einem „Die Zukunft ist möglich" betitelten Pamphlet. Mag die Absicht des Herrn Horx redlich gewesen sein, seine Ausführungen sind es nicht. Sie strotzen vor Phrasen und halbgarem Bescheidwissen. Offenbar kennt nicht nur die „öffentliche Rhetorik“, sondern auch Herr Horx „keine Hemmschwellen mehr“. So mimt er den Wahrsager und spielt mit dem Feuer: „Die angekündigten großen Attentate werden zum größten Teil nicht funktionieren. Die, die gelingen, werden wir aushalten müssen.“ Zum Thema Arbeitslosigkeit bekundet er bloß: „Hier gilt es, wie bei vielen anderen Diskussionen auch, die Kirche im Dorf zu lassen und das Problem in den richtigen Kontext zu stellen.“ Was, bitte, ist denn der „richtige“ Kontext für einen Arbeitslosen? Das sagt er nicht. „Wir riskieren auf diese Weise einen mentalen Niedergang“ – Schmarrn, dieses Gegurgel lässt keinen weiteren Niedergang zu.
Freitag, 14. Februar 2003, 12:43 Uhr

Nachzügler

. — Durchaus kommt die Musik manches Mal gefällig daher. Aber das partielle Aufhorchen allein würde dem Album kaum Aufsehen bescheren. Also wurden Karen England und Rebecca Knight angehalten, in kurzen Röcken zu posieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mehr als dem Ohr schmeicheln die OperaBabes dem Auge. Folgerichtig produzierte die Plattenfirma ein Video mit beiden Sängerinnen. Vor surrealistischer Kulisse trällern sie eine Adaption von Puccinis „Un Bel Di“. Dass ausgerechnet dieses eine Arrangement zu den wenigen geglückten gehört, fällt dabei kaum auf. Man ist damit beschäftigt, sich am Liebreiz der Damen zu weiden. Schüchtern und zärtlich, wie sie sind, möchte man sich ihnen nähern.
Freitag, 14. Februar 2003, 11:23 Uhr

Frost

. — Es ist Kabarett. Brutales Kabarett. Eine Reaktion auf die brutale Wirklichkeit. Mir ist das zu heftig, zumindest heute. Frost im Alltags- und Arbeitskokon. Doch es ist eine kapitale Korrektur der Optik. Ich zitiere Henning Venske: „Ganz besonders bitten wir dich, Allmächtige oder Allmächtiger, versetze all diese jungdynamischen Politiker, die keine Ahnung haben, weil sie es nie erlebt haben, und die doch so entschlossen über Krieg oder nicht Krieg entscheiden und das als Friedensbemühungen verkaufen, versetze sie 60 Jahre zurück: Lass einen Bombenhagel auf sie und ihre Familien fallen und verschütte sie in ihren eigenen Kellern. Schick sie ohne Nahrung und ausreichende Kleidung zu Fuß auf die Flucht und lass ihre Frauen und Kinder von Tieffliegern über den Haufen schießen oder auf Minen treten. Mach, lieber Vater im Himmel oder liebe Mutter ebenda, alle Reichen zu Armen und Obdachlosen: Vernichte ihre Wertpapiere, Investmentfonds und Kommunalobligationen, setze sie aus ihren mächtigen Positionen ab, lass sie müden Schrittes durch die Flure der Sozialämter schleichen und reduziere ihre Kommunikation auf die Unterhaltung mit Gerichtsvollziehern. Raube den Arbeitgebern jeglichen Leistungswillen, so dass sie sich nicht mal mehr mit Niedrigstlöhnen fürs Laubharken begnügen, sondern sich wegen erwiesener Überflüssigkeit eigenhändig erwürgen.“ Hier nachzulesen.
Mittwoch, 5. Februar 2003, 22:20 Uhr

Nachsprengung

. — Ein besonderes Vergnügen stellen meist die Vermischten Meldungen der Neuen Zürcher Zeitung dar. Diesmal: „Am Dienstagnachmittag sind laut den Behörden die verbliebenen lockeren Felsmassen über Iseltwald am Brienzersee im Bereich des Felsturzes, der Anfang Jahr die Autostrasse Brienz-Interlaken blockiert hatte, erfolgreich mit einer Sprengung heruntergeholt worden. Wie geplant seien die 250 Kubikmeter Fels abgestürzt. Ein paar lose Brocken seien im Hang geblieben, müssten aber nicht mehr gesprengt werden, wurde in Iseltwald erklärt.“ Das hat einen gewissen Charme, eine subtile Komik, will mir scheinen, gefällt jedenfalls besser als der gängige Agenturmurks.
Mittwoch, 5. Februar 2003, 21:08 Uhr

Unschicklich

. — Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Beispielsweise das Kauen von Kaugummis, wenigstens in der Öffentlichkeit sollte man das unterlassen. Ich kann mich nicht entsinnen, ein lolitaeskes Geschöpf ausgenommen, jemals Kaugummikauende gesehen zu haben, die ansatzweise attraktiv gewirkt hätten. Eine schlimmere Belästigung noch, da akustisch, stellen Fingerknacken und Pfeifen dar. Einer geht noch? Dass es durchaus leidlich anzuschauende Weibchen gibt, die Herrn Raab lustig finden, strapaziert mein Frauenbild und beleidigt mein Humorverständnis.

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