Montag, 26. Juli 2004, 09:20 Uhr
NOLL // Kommentar
Nighttrain. – Ausgehen in Essen? Keine leichte Übung. Nachtprogramm versöhnte mich mit SK, Sängerin Silbermond.
Donnerstag, 22. Juli 2004, 15:04 Uhr
NOLL // Kommentar
Plümerant. – Kollegin verstorben. Unbekannt, aber nicht unsympathisch. Ihr Blog, Eintrag vom 17. Juni 2004: „Wie die Philosophin [Judith Butler] erläutert, kann der Mensch dem Faktum seiner Verletzbarkeit nicht entrinnen. Vom Andern abhängig zu sein, zeichne das Menschliche gerade aus. Da alle herkömmliche Ethik am Prinzip der Souveränität, der Autonomie und Selbsttransparenz des Subjekts, festhalte, werde sie dem Menschen in seiner Konstitution als prekäres, fragiles, fehlbares Wesen nicht gerecht.“
Dienstag, 20. Juli 2004, 18:07 Uhr
NOLL // Kommentar
Parerga und Paralipomena III. – Gespräch im Park, ältere Dame: „Manchmal glaube ich, dass sich alles wiederholt. Ist das nicht furchtbar, dass sich alles wiederholt?“ – Sorry, der dritte Matador ist schon wieder schwach, der Dominabericht verstohlenes Gesabber, gestalkte Seichtigkeit. – „Ich hatte eine sehr schwere Kindheit“, so Robert Gernhardt, den Biografenwahn aufspießend, „ich kam praktisch ohne Zähne auf die Welt und war die ersten Jahre so gut wie infantil.“ – Die Debatte um Hartz IV ist ärgerlich, vielmehr wäre von einem sozialpolitischen Sündenfall zu reden. – Bremer Rezensent verriss Konzert, Veranstalter erteilte Hausverbot, beschwerte sich bei der Chefredaktion („Wenn er meint, dass alles Mist ist, soll er nicht hingehen.“) und die schasst kurzerhand den Spund. Da fällt mir Jürgen Sieler ein, ehedem mein Chef bei der Rhein-Zeitung: Als ein Konzertausrichter um Pressebesuch bat, gleichzeitig jedoch postulierte, dass nicht Herr Noll kommen solle, erklärte er, dass dann niemand käme. – Stelle irritiert fest, dass immer mehr Leute das Hemd über der Hose tragen. Vor Jahren noch war ich damit alleine. Selbst auf Premieren und Präsentationen. Selten stopfte ich es in die Hose, nur einmal trug ich eine Krawatte, den schwedischen Generalkonsul besuchend. Damals ließ ich das Ding im Geschäft binden. – Wäre ich vor 50-er oder 60-er Jahren geboren, würde ich in jetziger Verfassung nach Amerika fahren, um Coltrane, Davis und Parker zu hören. (Und auf der Überfahrt Kafka lesen?)
Samstag, 10. Juli 2004, 13:30 Uhr
NOLL // Kommentar
Haltung. – Journalisten bräuchten einen eigenen Kopf, glaubt der Altbundespräsident, darüber hinaus sollten sie einen Standpunkt haben. - Einen Kopf immerhin. Womöglich sogar einen eigenen Standpunkt? Souveranität, Stil, Skepsis und Solidität? Haltung? Humor? (Johannes Raus Rede auf der Jahrestagung des Netzwerk Recherche.)
Samstag, 3. Juli 2004, 12:48 Uhr
NOLL // 2 Kommentare
Le Tour III. – „Aber das Schlimmste ist, diesem Sport mein Herz gegeben zu haben, mit Unfällen und Verletzungen: Und immer bin ich weitergefahren.“ (Marco Pantani)
