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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

August 2012September 2012
Donnerstag, 30. August 2012, 08:32 Uhr+1

Pfuhl

. — „Ich bin der, der dich nie vergessen kann / Und trägt in seiner Brust dein Messer.“ – Max Hermann, Sie und die Stadt. Berlin 1914. [Erich. Lieder für Leni.] — „Es kommen die Stunden, die uns trennen, / Und ein Blick, der eine Mauer errichtet; / Und kalte Gebärden, die sich nicht kennen, / Und Dinge, die wie Verrat sich kleiden, / Und so eine Nacht, da die Seelen sich scheiden, / Und ein Lachen, das ein Leben vernichtet. // Und wir wissen dann kaum, wie das alles ward, / Und stehen ernüchtert und ganz verstört / Und suchen nach etwas, das einst uns gehört, / Aber unser Antlitz bleibt bitter und hart – / Und unser Streicheln ist wie ein Vertuschen, / Und wir wissen, dass unsere schmeichelnden Küsse / Nur unser ganzes Wesen verpfuschen, / Und es ist uns immer so weh, als müsse / Sich jeder töten / In unentrinnbarer Scham --- // Aber wir wissen ja kaum, wie das alles kam! / Und senken beschämt den Kopf und erröten... / Und bleiben für ewig flügellahm!“ – Ebenda. [Es kommen die Stunden, die uns trennen. Dämonen des Dichters.]
Dienstag, 21. August 2012, 13:08 Uhr

Ernsthaftigkeit

. — „Ich vermisse bei vielen Journalisten eine Haltung. Damit meine ich: Ernsthaftigkeit. Für etwas Besonderes einzutreten, es wichtig zu finden. Ich vermisse Leidenschaft.“ – Jürgen Leinemann, vor drei Jahren im Interview, im Tagesspiegel.
Dienstag, 21. August 2012, 12:47 Uhr+1

Tagebuch, närrisches

. — „Wie weit habt ihr euch von Güte und Liebe entfernt!“ (Tucholsky) – „Die Forderung, geliebt zu werden, ist die größte der Anmaßungen.“ (Nietzsche) – „Was blieb mir nun? Zu weilen und zu murren.“ (Goethe)
Dienstag, 21. August 2012, 12:23 Uhr

Sentenza XV

. — „Wir wissen keineswegs genau, was wir alles wollen.“ – „Alle unsere Eigenschaften sind ungewiss und zweifelhaft, und fast alle hängen nur von den Umständen ab.“ – „Was wir für Tugenden halten, ist oft nur ein Flechtwerk von verschiedenen Handlungen und Plänen, die Zufall oder eigene Absicht ineinander verschlungen haben. So sind Männer nicht immer aus Tapferkeit tapfer und Frauen nicht immer aus Keuschheit keusch.“ – „Aufrichtigkeit ist Offenheit des Herzens, und man findet sie bei sehr wenigen Menschen.“ – „Wir haben mehr Kraft als Willen und nennen oft nur deshalb etwas unmöglich, weil wir uns vor uns selbst entschuldigen wollen.“ – „Wahrheit ist Grundlage und Ursache von Schönheit und Vollkommenheit. Kein Ding kann schön und vollkommen sein, wenn es nicht wirklich ist, was es sein soll, und nicht alles hat, was es haben soll.“ – „Manches Schöne ist unvollendet reizvoller als allzu vollendet.“ – „Es scheint, dass die Natur uns den Hochmut gegeben hat, um uns den Schmerz der Erkenntnis unserer Unvollkommenheit zu ersparen.“ – „Um Erfolg zu erringen, benimmt man sich möglichst so, als ob man ihn schön hätte.“ – „Wer klug sein will, sollte seine Bedürfnisse in eine Rangordnung bringen und sie gemäß dieser befriedigen.“ — François de La Rochefoucauld, Réflexions ou sentences et maximes morales.

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