Mittwoch, 13. November 2002, 23:09 Uhr
NOLL // 1 Kommentar
Tote Fische. – Was ist eine Marke eigentlich? Wie, wann und warum verfalle ich ihr? Was bringt sie mir? Wem nützt sie? Inwieweit bestimmen Marken mein Auftreten? Viele Fragen. Die werde ich nicht alle beantworten können. Die will ich auch gar nicht alle beantworten. Denn das hieße ja, das Markenwesen ernst zu nehmen. Dabei sind Marken lediglich ein Hirngespinst, ein abstraktes Konstrukt, eine Phantasmagorie. Marken mogeln sich zunächst in die Regale, Kataloge und Werbung und dann in unser Bewusstsein. Aber kaufe ich die Marke oder das Produkt unter ihr? Bringen mir der Schriftzug, das Logo, die Farbe, der Name des Herstellers etwas? Verdiene ich mehr, weil ich meinen Arbeitsvertrag mit einem Präsidentenfüller unterschreibe? Bin ich immun gegen Kündigungen, wenn mein Unterschriftsschreibzeug von der NASA getestet wurde? Steige ich mit dem Besitz eines Markenartikels in der Wertschätzung meiner Kinder, meines Nachbarn oder der katholischen Kirche? Was widerfährt mir, greife ich zur falschen Marke? Werde ich geächtet? Nein? Was soll dann der ganze Schmarrn um Marken? Was für ein Motiv könnte ich haben, mir Bettwäsche zuzulegen, die das Logo eines Getränkeherstellers trägt? Bringt mir das Vorteile? Gut, vielleicht bin ich ein Getränkeherstellerfan, ein Süchtiger, ein Markenjunkie, aber dann gehöre ich nichts ins Bett, sondern auf die Couch.

[Der Widersinn der Marken. Streifzug durch eine Wahnwelt. Polemik von Jörg A. Noll. 10000 Zeichen. Hier bestellen.]
Montag, 10. November 2003, 17:38 Uhr
Wolf
Du bist mir vielleicht ne Marke
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