Montag, 6. Januar 2003, 14:07 Uhr
NOLL // Kommentar
Webern. – Anton Weberns Stellung in der Musikgeschichte ist einzigartig. Das bestreitet niemand. Seine Bedeutung indes wird regelmäßig verkannt. Gewöhnlich gewahrt man zwei Weisen des Missverstehens: seine Inthronisation zum Patron der seriellen Musik sowie seine Verdammung durch den Hinweis auf die dem Werk angeblich inhärente Kälte. Beide Positionen aber entraten der historischen Einsicht und verfehlen daher die Wahrheit. Weberns Werk ist eine moralische Angelegenheit, Ausdruck einer fulminanten Sprachskepsis. Damit sind sowohl Ursprung markiert als auch Aktualität angemahnt.
[Weberns Wahrheitsgehalt. Zum Verständnis seines Werks. Essay von Jörg A. Noll. 5100 Zeichen. Hier bestellen.]
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