Mittwoch, 8. Januar 2003, 14:37 Uhr
NOLL // Kommentar
Jüngster Tag. – Es gibt wenige Feuilletonisten, denen ich neidlos anerkenne, dass sie besser sind als ich. Einer von ihnen ist Gerhard Stadelmaier. Er eröffnete seine Kritik zu Breths Inszenierung von Horvaths „Der jüngste Tage“ im Burgtheater wie folgt: „Die Urtragödie der Menschen ist nicht, dass sie einst aus dem Paradies vertrieben wurden. Sondern dass sie dort wieder hinein wollen.“ (F.A.Z., 11. Dezember 2000.) Freilich bedeuten solche Sentenzen bei Stadelmaier mehr als ein Schmankerl, nämlich den Auftakt zu einer Autopsie.
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