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Nolls Marginalien

 

Nolls Passage

Freitag, 17. Dezember 2010, 15:09 Uhr<  >

Exit Ghost II

. — „Dennoch setzte ich meinen Weg fort – vorbei an den Menschenmengen vor dem Lincoln-Center, denen ich mich nicht anschließen wollte, an den Kinokomplexen, deren Filme ich nicht sehen wollte, an Geschäften für Lederwaren und Feinkost, deren Produkte ich nicht kaufen wollte –, nicht willens, gegen die überwältigende, verrückte Hoffnung auf Verjüngung anzukämpfen, die verrückte Hoffnung, dass die Behandlung das stärkste Symptom meines Verfalls beseitigen würde, und in dem Bewusstsein, dass ich einen Fehler beging, indem ich, ein Mann, der dem dauerhaften Kontakt mit anderen Menschen und seinen Möglichkeiten entsagt hatte, zurückkehrte und mich der Illusion hingab, ich könnte nochmal neu beginnen. Und zwar nicht aufgrund meiner individuellen mentalen Fähigkeiten, sondern durch eine Modifikation meines Körpers, die das Leben wieder grenzenlos machen würde. Natürlich ist das falsch, ist das verrückt, dachte ich, aber wenn es so ist, was ist dann das richtige, das Gesunde, und wer bin ich, zu behaupten, ich hätte je genug gewusst, um das Richtige zu tun? Ich habe getan, was ich getan habe – das ist alles, was man weiß, wenn man zurückblickt. Ich selbst habe mir diese Prüfung geschaffen, aus meiner eigenen Inspiration heraus, meiner eigenen Unfähigkeit – die Inspiration war die Unfähigkeit –, und höchstwahrscheinlich tue ich nun wieder dasselbe. Und das auch noch in dieser wahnwitzigen Eile, als fürchtete ich, meine Verrücktheit könnte jeden Augenblick verschwinden, so dass ich nicht mehr imstande wäre, das zu tun, was ich tue und was ich, wie ich nur zu gut weiß, nicht tun sollte.“ — Auch ein Beitrag zur Dummkopftheorie.

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